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Weihe

Ordnung muss sein

Jesus Christus hat die Verkündigung des Evangeliums und das Wachsen seiner Kirche seinen Jüngern, d.h. allen Getauften anvertraut. Damit sie diese Sendung und diesen Dienst an der Welt je nach ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend erfüllen können, gibt es den eigenen Dienst des Amtes in der Kirche.

Für andere Menschen eine Aufgabe zu übernehmen, ist eine wichtige Berufswahl, denn in diesem Beruf vertritt der Mensch nicht nur seine eigenen Interessen oder die seines persönlichen Umfeldes, sondern die der ganzen Gemeinschaft. Er ist ihr Stellvertreter. Was er tut, tut er in Auftrag und Sinn, d.h. in Vertretung dieser Gemeinschaft. Eine solche Aufgabe übernimmt ein Diakon, Priester oder Bischof. Dazu werden sie einerseits von Gott befähigt und befugt ("berufen"), andererseits von der Gemeinde der Gläubigen beauftragt ("ordiniert").

Damit erfüllen sie zwar einen besonderen Auftrag, sind aber selbst "nichts Besonderes", sondern - als Stellvertreter - streng genommen weniger als das, was sie vertreten - sei es die Gemeinde vor Gott oder Christus vor der Gemeinde. Der Stellvertreter ist nie selbst der "Herr" oder die Gemeinschaft, die er vertritt, sondern stets ihr Diener. (Gleiches gilt selbstredend auch von nicht geweihten Beauftragten im Dienst der christlichen Gemeinschaft.) Bezeichnenderweise steht am Anfang der "Hierarchie" (heiligen Herrschaft) die Diakonatsweihe, d.h. die Beauftragung zum Dienst an der Gemeinde. Somit bleibt auch der Priester, der Bischof und selbst der Papst zeitlebens ein Diakon und dem Dienst am Evangelium und an den Brüdern und Schwestern verpflichtet.

In der Diakonats- und Priesterweihe wird der Auftrag des Dienstes für die anderen in der Gemeinde zeichenhaft sichtbar gemacht. Zwar sind alle Christen gerufen, füreinander einzustehen, dort die Stelle für den anderen offen zu halten, ihn zu vertreten, wo er versagt (auch Priester können versagen, so dass die Gemeinde ihr "allgemeines Priestertum" wahrnehmen muss!). Aber in der Weihe erklärt ein Mensch ausdrücklich seine Bereitschaft, den Einzelnen und die Gemeinschaft vor Gott und Gott vor der Gemeinschaft zu vertreten und - wie die alttestamentlichen Propheten - für sie einzustehen - das heisst nicht zuletzt: für sie zu beten. Die Priesterweihe ist das Zeichen dafür, dass Gott niemanden allein lässt und dass alle erfahren dürfen, dass für sie gesorgt ist.

Praktische Hinweise:

Wer sich gern informieren möchte, kann jederzeit einen Termin mit einer/einem Seelsorger/in vereinbaren.

Es gibt auch eine Reihe von Angeboten für "Kloster zum Mitleben" oder "Kloster auf Zeit".

Wir informieren Sie gern und stellen Kontakte mit den entsprechenden Stellen her.