Praktikumsbericht Herbstferienwoche 2026

20 Kinder, 5 Tage, null Langeweile

Wie behält man den Überblick über 20 aufgeweckte Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren? Diese Frage stellte ich mir am ersten Tag meines Orientierungspraktikums. Als FMS-Schüler absolvierte ich in der ersten Herbstferienwoche mein Praktikum bei der Pfarrei St. Josef in Horgen. Dort durfte ich als Betreuer beim Ferienangebot für daheimgebliebene Schülerinnen und Schüler mithelfen. Da ich früher selbst als Kind an diesem Ferienangebot teilgenommen hatte, fühlte es sich toll an, nun die Seiten zu wechseln. Und weil mein ehemaliger Religionslehrer Benny Kurisingal zum Leitungsteam gehörte und mein kleiner Bruder als Teilnehmer angemeldet war, war für mich klar: Da bin ich gerne dabei!

Das Ferienangebot der Pfarrei gibt es schon seit längerer Zeit und es ist bei den Familien sehr beliebt. Die grosse Vorfreude der Kinder war bereits am ersten Tag deutlich spürbar – und auch die Eltern freuten sich darüber, dass ihre Kinder während der Ferien ein abwechslungsreiches Programm erleben durften.

Jeden Tag von 9 bis 17 Uhr stand etwas Neues auf dem Programm. Los ging es mit einem Bowling-Nachmittag im Cherry Bowl in Sihlbrugg. Wir spielten in kleinen Gruppen, jubelten über jeden Treffer und lernten uns dabei gleich besser kennen. Ein Junge in meiner Gruppe hatte anfangs noch Mühe und seine Kugel landete oft in der Rinne. Er gab aber nie auf und nach viel Übung gelang ihm ein perfekter Strike – da jubelte unsere ganze Gruppe lautstark!

Der Ausflug zum Hof zur Matte im Arn war dann ein Tag zum Mitanpacken: Wir sammelten gemeinsam körbeweise Äpfel und halfen beim Pressen von frischem Süssmost an der grossen, grünen Obstpresse. Am meisten Begeisterung löste die Fahrt auf der Traktorschaufel aus. Auch die Schweine und Hühner kamen bei den Kindern gut an. Zum Mittagessen brätelten wir unsere Würste an einer Feuerstelle direkt neben einem Wasserfall.

Weiter ging es ins Verkehrshaus Luzern. Dort staunten wir über riesige Lokomotiven, tanzten in der Red-Bull-Halle und posierten vor einem echten Formel-1-Auto, in das sich so manches Kind am liebsten gleich hineingesetzt hätte.

Am Donnerstag drehte sich dann gleich doppelt alles um Schokolade: Am Vormittag besuchten wir das Lindt-Museum in Kilchberg. Am Nachmittag ging es zurück ins Pfarreizentrum, wo ein eigener Schoggi-Workshop auf uns wartete. Am Freitag, dem bereits letzten Tag, besuchten wir den Kinderzoo in Rapperswil, wo wir unter anderem den jungen Ziegen ganz nahekommen durften.

Meine Hauptaufgabe als Praktikant war es, die Kinder durch die Woche zu begleiten, auf sie aufzupassen und ihnen überall dort zu helfen, wo sie Unterstützung brauchten. Daneben durfte ich auch Kennenlernspiele leiten, die Gruppeneinteilungen organisieren und schöne Momente auf Fotos festhalten.

Da ich mit meinen 15 Jahren altersmässig deutlich näher an den Kindern war als die erwachsenen Leiter, fand ich schnell einen guten Draht zu ihnen. Natürlich wurde es bei so vielen Kindern manchmal laut und es galt, den einen oder anderen kleinen Konflikt zu schlichten.

Für mich steht nach diesem Praktikum fest, dass mir die Arbeit mit Kindern Spass macht – auch wenn man bei 20 von ihnen nie ganz sicher sein kann, dass wirklich alle da sind!

Tom Prüss